Sonntagsausflug ins Waldreservat Wengital

Aktualisiert: Apr 8

Von unserem Bürotisch aus sieht man ins Gebiet des Berges "Speer". An seinem Fuss: ein Waldreservat. Während der ganzen Woche lockt der Berg, wir sollen doch kommen. Endlich, am Samstag vor einer Woche suchten wir in diesem wilden Hochtal die ersten Frühlingsboten des Jahres.


Das Wengital, im Hintergrund der Speer.

Der Speer wird nicht nur "König der Voralpen" genannt, er ist auch Europas höchster Nagelfluhberg. Er hat eine Höhe von 1950 Metern über Meer, bei klarer Sicht kann man vom Gipfel aus bis zum Bodensee sehen.


Lungenflechte und Auerhuhn

Im Waldreservat leben das scheue Auerhuhn, aber auch das Birk- und das Haselhuhn. Diese drei Arten zählen zu den Rauhfusshühnern, sie sind wegen des Verlusts ihres natürlichen Lebensraums sehr selten geworden.


Herz aus Nagelfluh

Alle Steine des Speergebietes sind aus Nagelfluh, d.h. sie sind nicht massiv, sondern ein Konglomerat aus vom Gletscher der letzten Eiszeit mit grossem Druck zusammen-gepressten Steinen.



Bassins im Fluss

Wie überall auf der Welt sucht sich das Wasser seinen Weg durchs Gestein, hier bilden sich auf verschiedenen Stufen natürliche Bassins, die sehr erfrischend aussehen.


Baumpilz auf bemoostem Eschenstamm

Frühlingsbote Nr 1: Der Huflattich.

Der Huflattich (Tussilago farfara) ist die einzige Pflanzenart der GattungTussilago aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Er gehört zu den ersten Frühjahrsblumen, deren Blüten vor der Entwicklung der Laubblätter erscheinen. Der Huflattich galt als bedeutsame Heilpflanze bei Hustenreiz und wirkt schleimlösend. Arzneilich wirksamster Teil sind die Blätter (Droge: Farfarae folium). Der Huflattich gehört zu den ältesten Hustenmitteln. Schon Dioskurides, Plinius und Galenos empfehlen den Rauch der angezündeten Blätter gegen Husten. Auch Hildegard von Bingen weist auf die Heilkraft des Huflattichs bei Erkrankung der Atmungsorgane hin. Leider findet diese Pflanze wegen der enthaltenen Pyrrolizidin-Alkaloide (potentiell lebertoxisch) keine Verwendung mehr in der Medizin.


Frühlingsbote Nr.2: Die Pestwurz

Ihren Namen verdankt die Pestwurz (Petasites hybridus) ihrem Einsatz gegen die Pest im Mittelalter. Die stark riechenden ätherischen Öle sollten die Krankheit vertreiben. Heute weiss man, dass die Pestwurz zwar nichts gegen die Pest ausrichten kann, dafür aber andere, in Studien nachgewiesene Wirkungen hat. Sie wird gegen die allergische Rhinitis bei Heuschnupfen verwendet. Ausserdem wirken ihre Inhaltsstoffe, die sogenannten Petasine, entzündungshemmend und lindern krampfartige Beschwerden. Auch bezüglich ihrer Eignung zur Migräneprophylaxe sind Extrakte aus der Pestwurzwurzel untersucht worden.



Frühlingsbote Nr. 3: Das Leberblümchen

Die Gattung der Leberblümchen (Hepatica) gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae), obwohl man es wegen der Form der Blätter auf den ersten Blick nicht denken würde. Die Gattung umfasst 7 Arten mit Vorkommen in Europa, Asien und Nord- amerika. Der Name Hepatica wie auch der deutsche Name Leberblümchen bezieht sich auf die Gestalt der Blätter, die im Umriss an die Form der menschlichen Leber erinnern. Nach der Signaturenlehre glaubte man an die Heilkraft der Leberblümchen bei Leberleiden.


Blick von der Alp Egg auf das Vreneli's Gaertli

Ein kleiner Abstecher auf dem Heimweg: Blick von der Alp Egg auf das Vreneli's Gärtli im Frühlingsdunst.







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